InsightsPricing 101Pay-What-You-Want — Kunden bestimmen den Preis selbst
Pricing-Methode

Pay-What-You-Want — Kunden bestimmen den Preis selbst

Lesezeit: 3 Min.

Klingt nach radikaler Geste, ist aber ein gezielt einsetzbares Instrument. Pay-What-You-Want funktioniert dort, wo soziale Normen und Beziehung den Preis tragen.

Worum es geht

Bei Pay-What-You-Want Pricing legt der Kunde den Preis selbst fest — gegebenenfalls mit oder ohne Mindestpreis. Die Methode setzt auf Fairness, soziale Normen und intrinsische Wertschätzung statt auf vorgegebene Preisstellung.

Wie es in der Praxis funktioniert

  • Indie-Musik: Bandcamp-Releases mit "Pay what you want, minimum 0 €".
  • Restaurants: Vereinzelt in Deutschland, Schweiz und Italien — der Gast zahlt nach Empfinden.
  • Software-Bundles: Humble Bundle als Marktreferenz für gestaffelte Pay-What-You-Want-Modelle.

Was Kunden gewinnen

  • Möglichkeit, faire Preise nach eigenem Empfinden zu zahlen.
  • Vermeidung von Kaufzurückhaltung durch hohen Listpreis.
  • Ausdruck persönlicher Wertschätzung gegenüber dem Anbieter.

Was Anbieter gewinnen

  • Hohe Aufmerksamkeit durch Differenzierung gegenüber Wettbewerbern.
  • Nähere Kundenbeziehung und stärkere Markenbindung.
  • Gezielte Erschließung neuer Käufergruppen ohne Preisbarriere.

Wo Vorsicht geboten ist

  • Erlösrisiko: Mittlerer gezahlter Preis liegt regelmäßig unter Marktpreis.
  • Skalierung: In großvolumigen Geschäften nur als Aktion einsetzbar.
  • Wahrnehmung: Reine Probe-Kunden nutzen die Methode aus.

Wann passt die Methode?

Pay-What-You-Want eignet sich für Produkte mit niedrigen Grenzkosten, hoher emotionaler Bindung und engem Verhältnis zwischen Anbieter und Käufer. In hochskaligen, transaktionalen Geschäften ist es ein PR-Stunt, kein Pricing-Modell.

Andreas Stauber

Founder & Geschäftsführer Resilient Value GmbH

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